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Nachsuche auf Schwarzwild

Bericht über eine Nachsuche mit der jungen "Aura v. Murgtal" genannt Asta

Ich war als Treiber bei einer Drückjagd in Retz, das liegt in Niederösterreich, nahe der Tschechischen Grenze eingeladen und sollte die anstehenden Nachsuchen durchführen.
Das Wetter war für Mitte November herrlich und das Thermometer zeigte +15 Grad an.
Bereits beim Treiben bemerkten wir, dass die Sauen extrem gut hielten und man im wahrsten Sinne des Wortes drauf treten musste um das Wild hoch zu machen. Da es ein aufgelassenes Gatter war, mangelte es nicht an Wild und ich selbst konnte ca. 35-40 Schweine hoch machen.

Nach der Jagd (es fielen übrigens gezählte 105 Kugelschüsse) warteten wir alle gespannt auf die Jäger und ihr erlegtes Wild. Zum erstaunen der Treiber kamen gerade mal 13 Schweine, 2 Mufflonwidder, 1 Fuchs sowie 2 Rehgaisen (wobei 1Stück von einem Hund gefangen und das andere als Rottier angesprochen wurde!) zur Strecke.
Jedoch erklärte ein Jäger dem Jagdleiter, er hätte auf einen Keiler geschossen und ist sich sicher mittig abgekommen zu sein. Jedoch fanden weder der Jäger noch der Ansteller Schweiss am vermeintlichen Anschuss.
Nachdem ich meine Hündin, Aura vom Murgtal genannt „Asta“ noch nie auf so eine schwere Sau lies, war es mir schon ein bisschen flau im Magen, denn immerhin ist die Hündin erst eineinhalb Jahre alt und hatte erst im Oktober ihre Hauptprüfung und konnte daher noch nicht sehr viele Naturfährten arbeiten.  

Wir fuhren zusammen mit dem Ansteller und dem Jäger zum Anschuss. Ich legte den Hund ca. 10 m vorher ab und untersuchte den Platz wie wir es im Anschussseminar gelernt hatten. Der Anschuss lag dann, nicht wie vom Schützen erklärt an einem Baum, sondern 10m weiter Hangaufwärts.
Ich fand ein wenig Lungenschweiss und Knorpel. Mit der Sicherheit eine Totsuche zu haben begann ich mit der Arbeit und setzte den Hund an.

Auf der Fährte selbst fand ich immer wieder Bestätigung durch Schweiss den mir Asta brav verwies. Nach ca. 200 Meter durch Brombeeren und Altholz nahm der Hund plötzlich die Nase hoch und arbeitete sich langsam weiter. Plötzlich schreckte sie zurück und aus dem Gestrüpp schoss das kranke Schwein auf sie zu. Die Sau wollte den Hund annehmen doch ich schrie sie kurz an worauf sie verhoffte und dann flüchtete.
Asta sprang sofort in den Riemen und gab anhaltend Laut. Ich schnallte den Hund und nach nur 30 Metern hatte sie das Schwein eingeholt und gestellt. Ich ging leise von hinten heran und gab der Sau den Fangschuss.
Es war die erste Nachsuche mit einer lebenden Sau am Ende der Fährte und somit auch die erste, wenn auch nur kurz dauernde Hatz.

Das Schwein entpuppte sich als Bache mit ca. 70kg. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, schauten wir uns den ersten Schuss genauer an, der nur den Brustspitz geöffnet und die Lunge nur leicht gestreift hat.

Bei der Streckenlegung wurde vom Jagdleiter dann noch einmal besonders auf die Leistung des Schwarzwälder Schweißhundes eingegangen und erklärt, dass es nur mit einer Leistungsstarken Rasse möglich sei, krankes Wild zur Strecke zu bringen.  

Stefan Larcher
Österreich