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Start 60 Stunden und 70 kg
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60 Stunden und 70 kg

Am Freitag wurde gegen 22:00 Uhr ein Stück Schwarzwild an einer Kirrung beschossen und am nächsten Morgen wurde ein Deutsch Drahthaar zur Fährte gelegt. Die Suche wurde abgebrochen da kein Schweiß oder sonstige Zeichen zu finden waren und der Hundeführer erklärte dem Schützen, dass er wohl sicher gefehlt habe.

Nach diesem Wochenende wurde ich, Hubertus Crone, am Montag um 09:30 Uhr, also 2,5 Tage später, von dem Revierpächter angerufen, mit der Bitte den Anschuß noch einmal zu überprüfen und eine Kontrollsuche vorzunehmen. Er könne sich die ganze Sache nicht zusammen reimen.

Also fuhr ich mit meinem SSH-Rüden "Caro vom Schuttertal", Rufname "Sepp" und meiner Jack Russel Terrierhündin "Eileen", welche als Loshund immer dabei und die beste Freundin des Rüden ist, in besagtes Revierteil um an der mir bekannten Kirrung zu kontrollieren. Meine Anschusskontrolle zeigte mir außer einem Tempotaschentuch keine weiteren Hinweise, dass hier vor 60 Stunden vielleicht mal eine Sau beschossen worden sein könnte.

Der Rüde war ruhig abgelegt und beobachtete mein Tun, während "Eileen" in gewohnter Manier das Umfeld sicherte, als Satellit um uns kreiste und ihren Radius auf die 20 m einbögelte.

Ich ließ "Sepp" dann mal den Anschuß auf Schweißriemenlänge absuchen: er drehte zwei Runden, hob das Bein (macht er immer wenn ein anderer Hund vor ihm auf der Fährte war - leugnen zwecklos), drehte noch zwei Runden und plötzlich ging ein Ruck durch den Hund. Konzentriert arbeitete er mit tiefer Nase nach rechts von der Kirrung weg. Nach 2,5 Tagen hatte ich keine Bestätigung ob wir richtig waren oder nicht. Aber da "Sepp" nicht heftig wurde sondern Rutenwackelnd vor mir her spazierte ließ ich ihn gewähren und nach wenigen 100m standen wir vor dem längst verendeten Überläuferkeiler von 70kg welcher im Wundbett lag und von meinem kaputten Rasenmäher "Eileen" kräftig gezaust wurde. Dem Rüden ließ ich dann auch seinen Spaß, denn hier war nichts mehr falsch zu machen.

Der Jagdherr freute sich riesig über die erbrachte Leistung von meinem Schwarzwälder Schweißhund. Aber seinen ganzen Frust bekamen der Schütze und der Hundeführer des DD zu spüren, zumal lange vorher schon festgelegt wurde, dass wenn, nur ich nachsuche.

Der Kadaver, welcher zu Lebzeiten von dem Geschoss weich unter den Nieren gefasst wurde, wurde der Tierkörperbeseitigungsanstalt zugeführt.

Hubertus Crone
Grobengereuth