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Start Unvergessene Nachsuchen
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Eine der unvergessenen Nachsuchen (1)

Mein Freund und Nachbarpächter Frank hatte im Sommer einen Jagdgast auf Schwarzwild eingeladen, um unter anderem Wildschaden im Weizen zu vermindern

und informierte mich am Nachmittag des Vortages, dass sein Gast sitzt und er im Falle des Falles mich anzurufen hat wenn etwas nicht passt. Frank selbst war beruflich nicht abrufbar.

Wie es der Teufel will, klingelte morgens dann gegen 05.00 Uhr mein Handy und eine mir unbekannte Stimme bat mich um Hilfe, da er eine starke Sau beschossen hätte, diese aber nicht liegt und er sei Gast im Revier von Frank und ob er mal eben nach dem Anschuß schauen dürfte, was ich verneinte.

Da ich selbst schon anderweitig von der hiesigen Polizei alarmiert wurde (ich setze derzeit 8 Hunde (Schäferhunde und Rottweiler) in meinem Sicherheitsdienst ein (einer meiner Rottweiler hatte jemanden in die Ecke gestellt) war ich nicht abkömmlich und bat meine Frau Bettina die Suche zu übernehmen.

Bettina übernahm in alter Manier die Nachsuche mit ihrer Hannoversche Schweißhündin "Beauty aus der Hubertusmeute", (Zuchthündin des SSH & PH e.V.) und begab sich zum Anschuß des Jagdgastes von Frank. Von dem mehr wie aufgelöstem Schützen wurde sie dann eingewiesen und setze "Beauty" am Anschuß an.
Hier muss erwähnt werden, dass hier zwischen Hund und Führerin eine besondere Symbiose eingegangen wurde, nicht nur das die Hündin absolut Mannscharf ist (was von mir so gewollt ist) sondern dass die Beiden ein absolutes Dreamteam sind. (keine Angst, ich darf an beide noch ran.-:)))

"Beauty" kontrollierte in aller Ruhe den Anschuß, der genügend Schweiß vorzeigte, und zog dann in stoischer Ruhe in den abfallenden, brombeerdurchwachsenen Steilhang wo sie nach ca. 80 m das erste Wundbett verwies. Es ging weiter bergab und der Bachlauf wurde durchquert, bevor es wieder in den nächsten aufsteigenden, durchwachsenen Brombeerhang ging. Der Schütze folgte und war noch im absteigendem Hang, als "Beauty" verhoffte, sich quer vor meine Frau stellte und diese am Weitergang bewusst hinderte. Keine 10m vor meiner Frau wurde die Rückenlinie des Keilers sichtbar als dieser aus seinem 2. Wundbett hoch wurde und breit verhoffte. "Beauty" verweigerte, dass meine Frau weiter ging und es war aus Bettinas Sicht nicht die Möglichkeit gegeben der Sau den Fangschuss anzutragen. Dem folgendem Schützen signalisierte sie per Zeichen, das die Sau vor ihnen stand aber dank seiner Sternwarte auf dem Repetierer hat er die Sau nicht sehen können. Bettina entschloss sich die Hündin zu schnallen und da sie ja nun nicht mehr auf "Frauchen" aufpassen musste ging die Fuhre ab.

Meine Frau rief mich dann an, informierte mich über den bisherigen Verlauf der Nachsuche sowie, dass der Hund zur Hetze geschnallt wurde und bat mich um Unterstützung, zumal es sich um ein stärkeres Stück Schwarzwild handelte. Da mein Securitydienst beendet war eilte ich zum Ort des Geschehens. Ich traf zuerst auf einen vollends durcheinander geratenen Jagdgast von Frank, konnte mir aber zu diesem Zeitpunkt seine Rede nicht anhören, sondern eilte in den Gegenhang, wo meine Frau mich erwartete.

Kurze, vor Ort, an mich gerichtete Ansage, als "Beauty" zurück kam. Ich animierte die Hündin mir die böse Sau zu zeigen und "Beauty" ging auf die Fährte zurück und zeigte mir frei deren Verlauf bis wir im übernächsten Steilhang an ein Gatter kamen, welches die Forstwirtschaft oder der Eigener wohl seit Jahren vergessen hatten - so sah es da jedenfalls aus. Die Hündin schnellte ca. 20 m rein, gab Standlaut, kam zurück, schnellte wieder vor um zu verbellen und kam wieder zurück. Aufgrund des Verhaltens der sehr erfahrenen Hündin und dass ich keine Möglichkeit hatte in diesem wieder sehr durchwachsenem Steilhang nur entfernt mit Waffe oder ohne Gefahr auf die eigene körperliche Versehrtheit an das kranke Stück heran zu kommen, entschloss ich mich hier abzubrechen um Verstärkung zu holen.

Während ich telefonierte um Vorstehschützen ran zu kriegen, fuhr Bettina zur Zwingeranlage um vierbeinige Unterstützung zu holen (2 DD & 3 Terrier). Werner, Roland und Thomas konnte ich engagieren, wohlgemerkt, das Werner in kurzen Hosen, auf dem Moped mit Flinte erschien, aber dazu später.

Nachdem alles organisiert war schickte ich "Beauty" erneut an die kranke Sau und sie gab prompt Standlaut, die Meutehunde dazu und ab ging die Post und nach nur 20 weiteren Metern hatten die Hunde die Sau fest. Für mich bestand keine Möglichkeit an den Bail, der sich zuspitze ranzukommen und ich kletterte die Klippen rauf und war dann über der Sau und den Hunden, allerdings war ich ca. 4 Meter drüber. Schießen konnte ich nicht, da die Hunde zu stark bedrängten und in meinem jugendlichem Leichtsinn bin ich dann auf die Sau gesprungen und konnte ihr Leiden mit einem sauberem Fangstoß der blanken Waffe beenden. Vor mir lag ein 98 kg Keiler mit einem üblem Keulenschuss im dichtem Verhau.

Wir waren alle froh, das diese Nachsuche ein erfolgreiches Ende genommen hatte, standen aber nun vor dem Problem die Sau zu bergen. Werner (man erinnere sich, Moped, kurze Hose) sagte gleich ... „wenn ich jetzt nicht die Boxenshorts anhätte würde ich die Sau bergen!“

Bettina (meiner Beurteilung nach schlank, sportlich und gut aussehend) reagierte sofort, zog ihre Lederhose aus und reichte diese unserem Werner, welcher dann, in Bettinas Lederhosen, mit leicht rotem Kopf die Sau geborgen und versorgt hat.-:)))

Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, das es noch ein feucht, fröhlicher Abend wurde und wer die Lacher auf seiner Seite hatte.

Bettina & Hubertus Crone

-Saumeuten-&Schweißhundestation Weira-